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Energie


Bereits 1995 wurde für den Scharnhauser Park ein Energiekonzept entwickelt. Ziel war es, die technischen und ökologischen Entwicklungen der kommenden 15 Jahre zu berücksichtigen und bereits 1995 ein entsprechendes Energieversorgungskonzept zu erarbeiten. Der gesamte Stadtteil wird von einem zentralen Heizkraftzwerk mit Energie versorgt. Für alle Gebäude im Stadtteil müssen an dieses Nahwärmesystem angeschlossen werden. Dies erfolgte in den ersten Jahren noch über ein Kraftwerk mit Gasfeuerung und ohne Kraft-Wärme-Kopplung. 2004 wurde ein neues Holzheizkraftwerk in Betrieb genommen, das mit Holzabfällen betreiben wird und 90% der Wärmeenergie des Scharnhauser Park erzeugt.

Altes und neues Kraftwerk, Photovoltaikanlage Sportterrasse 3

Das alte Kraftwerk wird nur noch für Spitzenlastzeiten benötigt. Auf diese Weise werden jährlich vier Millionen Kubikmeter Erdgas und 13.000 Tonnen Kohlendioxyd eingespart. Neben der Versorgung über das Nahwärmesystem sind noch weitere innovative Energieversorgungskonzepte umgesetzt worden. Sowohl bei der Grund- und Hauptschule als auch bei verschiedenen privaten Bauvorhaben kommt Solarenergie zum Einsatz. Das Jugendhaus L-Quadrat wird mit Geothermie beheizt und wurde so gedämmt, das es annähernd Passivhausstandard erreicht. Und das Vordach vor dem Umkleidegebäude auf der Sportterrasse 3 wurde mit einer Photovoltaikanlage bestückt.


Oberflächenentwässerung

Das gesamte Oberflächenwasser von Straßen, Wegen, Plätzen, Hausdächern und allen anderen privaten Grundstücksflächen gelangt im Scharnhauser Park nicht in die Kanalisation, sondern wird in offenen Gräben und Rinnen in begrünte Mulden geleitet. In diesen Mulden, den so genannten Rigolen, wird das Wasser zurück gehalten, zum Teil verdunstet und beim Versickern durch die belebte Bodenschicht und einen darunter eingebauten Kieskörper, bis zu 1,5m mächtig, gereinigt. Diese Rigolen befinden sich in den großzügigen Grünbereichen des Stadtteils, im Baumhain, der Landschaftstreppe und der Grünanlage Holzwiesen

Mulden, Rinnen und Rigolen

Die Rigolen sind jeweils kaskadenartig angeordnet, d.h. es findet ein Überlauf von einer Rigole in die nächste statt. Schließlich wird das Wasser der natürlichen Vorflut, d.h. den beiden Bachläufen westlich und östlich des Scharnhauser Park, zugeleitet. Bemessungsgrundlage für die in die Bachläufe geleitete Wassermenge ist dabei eine Ackerfläche. Dies bedeutet, dass der gesamte Stadtteil durch die Pufferung des Wassers in den Rigolen nicht mehr Wasser in die Vorflut abgibt als eine unbebaute Ackerfläche. Damit dient dieses System dem Gewässerschutz, indem es Hochwasserspitzen und verstärkte Erosion vermeidet. Die Klärwerke werden nicht mit sauberem Regenwasser belastet. Und darüber hinaus wird Wasser im gesamten Stadtteil erlebbar und steigert somit die Wohnqualität.


Gebäudeabbruch und Erdaushub

Nach dem Ende der militärischen Nutzung befanden sich 157 Militärgebäude auf dem Gelände des Scharnhauser Park. Bis auf die Offizierswohnungen waren diese Gebäude auf Grund ihrer Bausubstanz für eine Fogenutzung nicht geeignet und mussten deshalb zurückgebaut werden. Zurückbauen bedeutet, dass aus den Gebäuden alle nicht-mineralischen Bestandteile wie Bodenbeläge, Sanitäreinbauten, Beleuchtung, Fenster, Türen, Dachstühle, Gipsdecken und -wände usw. ausgebaut wurden. Erst dann wurden die Gebäude im eigentlichen Sinn abgebrochen. Grund für dieses aufwändige Vorgehen ist eine umfassende Trennung und damit größtmögliche Wiederverwertbarkeit der anfallenden Materialien.



Auf diese Weise wurden z.B. 5.953 Leuchtstoffröhren, 34.672 qm Eternit und 32.962 qm Bodenbeläge ausgebaut und entsorgt. Die verbleibenden mineralischen Bestandteile der Gebäude, also Mauwerk, Beton und Ziegel, wurden auf dem Gelände des Scharnhauser Park mittels einer mobilen Brecheranlage aufbereitet und als Straßenunterbau wieder verwertet. Auf diese Weise wurden 152.000 Tonnen Recyclingbaustoffe erzeugt. 81% der gesamten Abbruchmasse sind somit auf dem Gelände verblieben. Dadurch wurden 7.600 LKW-Fahrten vermieden, die ansonsten zur Abfuhr der Abbruchmaterialien erforderlich gewesen wären.

Ein großer Teil des Erdaushubs, der bei den vielfältigen Baumaßnahmen im Scharnhauser Park angefallen ist, wurde ebenfalls nicht auf Erddeponien abgefahren sondern vor Ort zur Geländemodellierung eingesetzt. Der weitaus größte Teil wurde verwendet, um im
Westen des Stadtteils 4 Sportflächen, die Sportterrassen, aufzubauen. Hierfür wurden rd. 300.000 m3 Erdaushub verwendet.